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imm cologne 2026, 20. bis 23. Januar, setzt auf kommerziellen Pragmatismus

Die deutsche Möbelmesse imm cologne passt ihre Strategie an. Mit über 300 Ausstellern aus 25 Ländern und einer klaren Ausrichtung auf das Einstiegs- bis Mittelsegment wird die Veranstaltung vom 20. bis 23. Januar 2026 zu einer B2B-Sourcing-Plattform für Einkäufer, die konkrete Lösungen und nicht nur Inspiration suchen.

In einem zunehmend fragmentierten globalen Markt, imm cologne 2026 trifft eine strategische Entscheidung: Es verzichtet darauf, allen alles bieten zu wollen, und konzentriert sich stattdessen auf kommerzielle Effizienz. Das zentrale Thema “World of Interiors” ist nicht nur ein Designkonzept, sondern eine Anerkennung der Realität in der Branche – Käufer brauchen einen klaren Überblick über den Markt und die richtigen Partner, keine spektakulären Erlebnisse.

“Unser Ziel ist es, einen direkten Einblick in den Markt zu bieten und Unternehmen mit den richtigen Partnern zusammenzubringen”, erklärt Bernd Sanden, Direktor der imm cologne, in einer Erklärung, die eher wie ein Versprechen der Effizienz als wie ein Design-Manifest klingt.

Pragmatische Vielfalt, nicht Vielfalt als Selbstzweck

Die Liste der bestätigten Aussteller spiegelt die Vielfalt der Branche wider: von etablierten Marken auf dem Markt über internationale Konzerne und Spezialhersteller wie Arocca, BOAS, BOFIGO Grup bis hin zu asiatischen Akteuren wie KUKA (HK) Trade und Man Wah Furniture Manufacturing. Neben ihnen vervollständigen der Bundesverband der Möbel- und Küchenhändler (BVDM), die Deutsche Post und die Technische Schule für Möbelhandel das Bild eines komplexen industriellen Ökosystems.

Was diese Ausgabe interessant macht, ist die Präsenz nationaler Pavillons, die ein ausgewähltes und strukturiertes Produktangebot präsentieren, das strategisch auf den europäischen Markt zugeschnitten ist: Bosnien und Herzegowina, Rumänien, Japan, Taiwan und die Türkei – jedes Land mit seiner eigenen Strategie zur Erschließung des westlichen Marktes. Für die rumänische Möbelindustrie ist die Präsenz in Köln eine Gelegenheit, sich auf einem westlichen Markt zu behaupten, der nach tragfähigen Alternativen zu traditionellen Lieferanten sucht.

Die Zahlen sprechen für sich

Die dominierenden Produktkategorien zeigen die tatsächlichen Prioritäten der Käufer: Tische und Stühle (138 Aussteller), Polstermöbel (97), Schlafzimmermöbel und Accessoires (91) sowie Wohnzimmermöbel (88). Diese Zahlen sind kein Zufall – sie spiegeln die Nachfrage im Einzelhandel wider, wo Lagerumschlag und Gewinnspannen die Kaufentscheidungen bestimmen.

Das Layout der Messe folgt derselben pragmatischen Logik: Die Hallen 10.1 und 10.2 sind europäischen Herstellern aus den Bereichen Heimtextilien und Polstermöbel vorbehalten, während in den Hallen 4.2 und 5.2 internationale Sourcing-Spezialisten und OEM-Zulieferer (Original Equipment Manufacturer) zu finden sind. Hier finden Sie vor allem Angebote für Stühle, Tische und Kompaktwohnlösungen. Diese Aufteilung erleichtert den Besuchern die Orientierung, insbesondere denjenigen, die zur Messe kommen, um Lieferanten zu finden und Produktionsverträge auszuhandeln, und nicht nur, um sich inspirieren zu lassen.

Koelnmesse: globale Ambitionen, lokale Umsetzung

Der Messeveranstalter Koelnmesse positioniert sich strategisch als “weltweit führender Veranstalter von Messen für Living, Contract und Public Spaces”. Zum Portfolio gehören nicht nur die imm cologne und die idd cologne (interior design days cologne), sondern auch weitere etablierte Veranstaltungen wie die ORGATEC, die interzum, die FSB, die spoga+gafa und die aquanale.

Noch relevanter für die globale Möbelindustrie ist die internationale Expansion der Marken der Koelnmesse: Die imm-Familie umfasst nun auch die imm india und die La Feria De Diseño Medellín in Kolumbien, die ORGATEC wurde um Ausgaben in Tokio, Indien und Saudi-Arabien erweitert, und die interzum ist in Guangzhou, Bogotá, Jakarta und Italien vertreten. Dieses globale Netzwerk deutet auf einen größeren Trend hin: Regionale Messen reichen in einem Markt, in dem die Lieferketten global sind und Beschaffungsentscheidungen kontinentübergreifend getroffen werden, nicht mehr aus.

Was bedeutet das für die Holzindustrie?

Die imm cologne 2026 ist ein Indikator für die Richtung, in die sich die Branche entwickelt: Konsolidierung, Effizienz, strategische Identifizierung von Lieferanten und anhaltender Preisdruck im Einstiegs- bis mittleren Segment.

Möbelhersteller, die mit Massivholz oder Holzwerkstoffen arbeiten, sehen sich mit einem Markt konfrontiert, in dem Design und Qualität mit den kommerziellen Realitäten des modernen Einzelhandels in Einklang gebracht werden müssen. Die Präsenz des rumänischen Pavillons in Köln ist eine Gelegenheit zu zeigen, dass die lokale Industrie dieses Gleichgewicht herstellen kann – europäische Qualität zu wettbewerbsfähigen Preisen.

Vor dem aktuellen Hintergrund der globalen Möbelindustrie verspricht die imm cologne 2026 keine Revolutionen – sondern relevante Geschäftsbeziehungen. Und für eine Branche, die mit knappen Margen und immer schnelleren Produktentwicklungszyklen arbeitet, könnte dieser Pragmatismus genau das sein, was der Markt sucht.


imm cologne 2026 findet vom 20. bis 23. Januar 2026 in Köln, Deutschland, statt. Weitere Informationen: www.imm-cologne.com

Dan

Ich hatte die Möglichkeit, in verschiedenen Abteilungen zu arbeiten. So habe ich Erfahrungen in den Bereichen Finanzen, Buchhaltung, Logistik, Verkauf, Betrieb und Marketing gesammelt. Ich bin ein Teamplayer und ein Allrounder. Ich bin Unternehmer, ich habe den Verkauf eines Holzlack- und Farbengeschäfts an einen multinationalen Konzern koordiniert. Im Jahr 2016 entdeckte ich die digitale Welt, das Verlagswesen und das Online-Marketing. Seitdem habe ich meine gesammelten Erfahrungen und Fähigkeiten online gestellt.

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