Was Handwerk eigentlich bedeutet
Kein Nischenhandwerk. Keine nostalgischen Werkstätten mit zwei alten Männern und einer Säge. In Deutschland geht es um 1 Million Betriebe und 5,6 Millionen Beschäftigte - laut Zentralverband des Deutschen Handwerks. Eine größere wirtschaftliche Infrastruktur als die Sektoren, die in anderen europäischen Ländern als „strategisch” gelten.
Die diesem Sektor gewidmeten Messen sind sehr unterschiedlich. Einige sind generalistisch - Zehntausende von Besuchern, bereichsübergreifende Gespräche, große Sichtbarkeit. Andere sind auf Holzbearbeitung, Eisenwaren, Fassadensysteme oder Möbel spezialisiert.
Unterscheidbarkeit ist wichtig. Auf einer allgemeinen Messe sammeln Sie Visitenkarten. Auf einer spezialisierten Messe können Sie noch in derselben Woche einen Auftrag unterschreiben.
Nächste Woche sind wir bei DACH+HOLZ International, in Köln. Doch das ist nur die erste Station in einem ungewöhnlich dichten Jahr auf der deutschen Fachveranstaltungslandkarte. Ein Blick auf den Messe- und Kongresskalender 2026 zeigt: Der deutsche Markt befindet sich nicht in einer Phase des Wartens, sondern in einer Phase der Neudefinition. Und das ist für die Holzverarbeiter auf jeder Veranstaltung zu spüren.
DACH+HOLZ International, Köln, 24-27 Februar
Leitmesse (en. The reference event) für Dachdecker, Bautischler und Holzbauer ist DACH+HOLZ International. Es ist keine Messe, zu der man geht, um etwas zu kaufen - es ist eine Messe, auf der man versteht, wohin sich die Branche entwickelt. Hersteller aus 40 Ländern, Handwerker, Architekten und Planer unter einem Dach. Wenn Sie verstehen wollen, wie die Deutschen über den Holzbau im Jahr 2026 denken - Energieeffizienz, innovative Dachsysteme, Digitalisierung der Baustelle - ist die DACH+HOLZ der Ort, an dem Sie mit klaren Antworten nach Hause gehen.
Holz-Handwerk + Fensterbau Frontale, Nürnberg, 24-27 März
Wenn es bei DACH+HOLZ um Strukturen und Systeme geht, Holz-Handwerk geht es um die Werkstatt und die Hand. Das Thema für 2026: Automatisierung in kleinen und mittleren Werkstätten.
In Nürnberg finden zu den gleichen Terminen zwei Messen statt, die sich perfekt ergänzen: die Holz-Handwerk, die sich der Holzbearbeitungstechnik widmet, von CNC-Maschinen bis zu modularen Fertigungslösungen, und die Fensterbau Frontale, für Fenster, Türen und Fassaden. Zusammen bilden sie eine seltene Kombination: Sie können beobachten, wie ein Holzprofil entsteht, und ein paar Schritte weiter sehen, wie das fertige Produkt aussieht, wenn es in eine moderne Fassade eingebaut ist.
Das Programm umfasst thematische Führungen, Debatten über die Integration von künstlicher Intelligenz in die Fertigung und Veranstaltungen zur Gewinnung junger Fachkräfte - ein Problem, das in Deutschland ebenso schmerzt wie in Rumänien.
DigitalBau, Köln, 24-26 März
Auch an den gleichen Tagen in Köln, DigitalBau zeigt mit rund 300 Ausstellern, dass die Digitalisierung des Bauens kein langfristiges Versprechen mehr ist. BIM, Baustellenmanagement über mobile Apps, Kreislaufwirtschaft im Bauwesen, künstliche Intelligenz in der Tragwerksplanung - das alles sind bereits Produkte, keine Konzepte. Für Holzhersteller und Bauunternehmer, die sich noch fragen, was „digitaler Wandel” eigentlich bedeutet, ist die DigitalBau die wohl einfachste Antwort, die es auf dem Markt gibt.
Light + Building, Frankfurt am Main, 8-13 März
Eine Messe, die auf den ersten Blick weit weg von Holz zu sein scheint. Doch wer in Holzhäusern oder im Innenausbau arbeitet, versteht schnell den Zusammenhang. Licht + Gebäude ist die weltweit führende Messe für Beleuchtung, Elektroinstallation und intelligente Gebäudeautomation. Aussteller aus über 50 Ländern stellen Produkte für Energieeffizienz und intelligente Konnektivität vor. Und ein gut geplantes Holzhaus hört nicht bei der Struktur auf - es geht weiter mit all den Systemen, die den Raum funktional und komfortabel machen. Diejenigen, die schlüsselfertige Häuser entwerfen oder verkaufen, werden in Frankfurt ein ganzes Lager an Lösungen finden, die sie in ihr Angebot integrieren können.
Hannover Messe, 20-24 April
In einem größeren Rahmen, Hannover Messe Es ist keine Holzmesse, aber es ist eine Industriemesse im wahrsten Sinne des Wortes. Automatisierung, Robotik, Lieferketten, Energiewende - das sind die Themen, die auf der Tagesordnung der großen Hersteller aller Branchen stehen. Das Partnerland 2026 ist Brasilien, die zweitgrößte Forstmacht der Welt und ein wichtiger Lieferant von Tropenholz für den europäischen Markt. Wer verstehen will, wie sich globale Rohstoffketten bewegen und was „klimaneutrale Produktion” in der industriellen Praxis bedeutet, findet in Hannover den größeren Kontext, in dem die Holzindustrie agiert.
Was bedeutet das konkret?
Deutschland bietet in nur zwei Monaten eine komplette Route für alle, die in der Holz- oder Baubranche arbeiten. Es geht nicht nur darum, auf Messen zu gehen. Es geht um den Zugang zu Partnern, nach denen man sonst monatelang per E-Mail suchen müsste. Es geht darum zu verstehen, wo Ihre Konkurrenten investieren. Es geht darum, mit eigenen Augen zu sehen, welche Lösung funktioniert und welche mehr Marketing als Realität ist.
Diejenigen, die es verstehen, mit einer klaren Agenda durch diese Veranstaltungen zu reisen - nicht mit dem Wunsch, alles zu sehen, sondern mit ein paar spezifischen Fragen, die sie beantwortet haben wollen - gehen immer mit einem Vorteil nach Hause. Nicht in Bezug auf Informationen, sondern in Bezug auf Beziehungen. Und in der Holzindustrie, wie in jeder anderen Branche, die auf Vertrauen basiert, zählen Beziehungen mehr als jeder Produktkatalog.
Nächste Woche: Köln. Dann Nürnberg. Und wenn es der Terminkalender erlaubt, Frankfurt und Hannover. Dieses Jahr ist Deutschland kein Reiseziel. Es ist ein beschleunigtes Trainingsprogramm.




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